Kooperationsvertrag

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Der Kooperationsvertrag ist ein Vertrag zwischen dem Deutschen Eishockey-Bund e.V. (DEB), der Eishockeyspielbetriebs-Gesellschaft mbH (ESBG), den Gesellschafterclubs der Eishockeyspielbetriebs-Gesellschaft mbH (ESBG-Clubs), der Deutsche Eishockey Liga Betriebsgesellschaft mbH (DEL) und den Gesellschafterclubs der Deutsche Eishockey Liga Betriebsgesellschaft mbH.

Der Vertrag wurde am 23. November 2005 vorgestellt. Entscheidend für das deutsche Eishockey war dieser Vertrag, da er die DEL als geschlossene Liga ohne Auf- und Abstieg konstituierte. Ebenfalls wurde die oft diskutierte 9000 Punkte Regel eingeführt. Der Kooperationsvertrag lief vom 01.05.2006 bis zum 30.04.2011. Im Frühjahr 2011 wurde vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) geklärt, ob der Kooperationsvertrag auch noch für die Saison 2011/12 maßgeblich ist, wobei der CAS erklärte, dass der Vertrag mit der Saison 2010/11 endete und damit der Aufsteiger aus der 2. Bundesliga kein automatisches Aufstiegsrecht mehr hatte.

Inhaltsverzeichnis

Die Inhalte des Vertrages

Kernaussagen zum neuen Kooperationsvertrag

Der neue Kooperationsvertrag regelt nicht nur das gemeinsame Miteinander der drei Organisationen, vielmehr ist er eine strategische und vollumfängliche Vereinbarung zur allgemeinen Förderung des deutschen Eishockeysports, zur speziellen Förderung des Nachwuchsbereiches, zur Förderung der Deutschen Nationalmannschaft und zur zukünftigen Entwicklung des professionellen Ligenbetriebes auf allen sportlichen Ebenen, vom Schiedsrichterwesen bis hin zu nationalen und internationalen Spielertransfers! Damit geht der neue Kooperationsvertrag weit über die bisherige Vereinbarung zwischen den Organisationen hinaus, in der die Definition von gegenseitigen Leistungen, insbesondere der finanziellen Zahlungen durch die DEL, im Vordergrund stand.

Nationalmannschaften

DEB, ESBG und DEL bekennen sich zum gemeinsamen Interesse an einer starken Nationalmannschaft als wichtigem Imagefaktor für das gesamtdeutsche Eishockey. Die DEL und die ESBG werden in ihren Spielplänen Freiräume für die Maßnahmen der Nationalmannschaft schaffen.

Die wirtschaftliche und sportliche Führung der Nationalmannschaften obliegen ausschließlich dem DEB. Bei einer möglichen Neubesetzung der Positionen des Sportdirektors oder des Bundestrainers wird der DEB sich im Vorfeld mit der DEL beraten.

Die DEL/ESBG-Clubs verpflichten sich, die in Nationalmannschaften berufenen Spieler abzustellen und für die Dauer der Abstellung das Gehalt weiter zu bezahlen. DEB leistet an die DEL/ESBG-Clubs keinerlei Abstellgebühr für die Nationalspieler.

Nachwuchsförderpool

Die DEL-Clubs installieren ab der Saison 2006/2007 einen Nachwuchsförderpool zu Gunsten:

  • der jeweils am Spielbetrieb der DNL (Elite-Nachwuchs des DEB) teilnehmenden Clubs
  • der abstellenden Clubs von U16-U18 Nationalspieler für Nachwuchsländerspiele des DEB

Förderlizenzen, Ausländische Spieler

Spieler, die für die Deutsche Nationalmannschaft spielberechtigt sind und nicht älter als 25 Jahre sind, können gleichzeitig eine Spielberechtigung für einen DEL- und einen ESBG-Club erhalten (Förderlizenz, U25). DEL und ESBG werden sich bemühen, dass ab der Saison 2008/2009 in der DEL nur zehn ausländische Spieler, In der 2. Bundesliga nur fünf ausländische Spieler, in der Oberliga nur vier ausländische Spieler und in der Regionalliga nur drei ausländische Spieler eingesetzt werden.

In der Saison 2006/2007 kann ein DEL-Club nur dann mehr als 18 Spieler pro Spiel einsetzen (maximal 22), wenn die verbleibenden Plätze mit U25-Spielern besetzt werden. Ab der Saison 2006/2007 kann ein Club der 2. BL nur dann mehr als 15 Spieler pro Spiel einsetzen, wenn die verbleibenen Plätze mit U23-Spielern besetzt werden. DEB und ESBG werden sich bemühen, dass ab der Saison 2006/2007 in der Oberliga und der Regionalliga nur dann pro Club mehr als 15 Spieler eingesetzt werden können, wenn diese unter die Kategorie U21 fallen. DEL, ESBG und DEB streben eine einheitliche Definition der ausländischen Spieler an. So sind ausländische Spieler alle diejenigen, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Dies gilt schon seit Jahren in der DEL. Der DEB wird sich bemühen, die in seiner Spielordnung verankerte Ausnahme des „Eishockeydeutschen“ per Satzungsänderung abzuschaffen.

Schiedsrichterwesen

  • Die DEL entsendet Vertreter in den Schiedsrichterausschuss des DEB.
  • Der Schiedsrichterausschuss teilt die Schiedsrichter und Beobachter ein – auch für die DEL. Der Schiedsrichterausschuss wird in regelmäßigem Kontakt zu den Sportkommissionen von DEL und ESBG stehen.
  • Die DEL setzt für ihren Spielbetrieb nur vom DEB lizenzierte Schiedsrichter ein.
  • Profi-Schiedsrichter sind bei der DEL angestellt und sind vorrangig für den Spielbetrieb der DEL einzuteilen.
  • Das Austauschprogramm mit anderen europäischen Ligen wird fortgesetzt.
  • Der DEB richtet ein Schiedsrichter-Trainee-Programm ein, mit dem Ziel, mittelfristig gut ausgebildete, junge Schiedsrichter an die DEL und den ESBG-Bereich heran zu führen. Auch zu diesem Zweck beschäftigt der DEB einen hauptamtlichen Schiedsrichterausbilder.

Trainer

  • Die DEL verpflichtet sich, als Lizenz-Trainer im Spielbetrieb nur Trainer mit deutscher A-Lizenz, Diplom oder Gastlizenz einzusetzen.
  • Der DEB wird mindestens einmal pro Spielzeit einen Fortbildungs-Workshop für alle DEL-Trainer, gegebenenfalls mit den Trainern der ESBG und der DNL-Clubs veranstalten.
  • Der DEB wird Möglichkeiten für ehemalige Nationalspieler anbieten, die A- beziehungsweise B-Lizenz auf verkürztem Wege zu erlangen.

Aufstieg von Clubs der 2. BL in die DEL – Aufnahme von ehemaligen DEL-Clubs in der ESBG

  • Die DEL spielt ab der Saison 2006/2007 keinen sportlichen Absteiger mehr aus. Unabhängig davon soll ein Austausch zwischen dem Spielbetrieb der DEL und dem der ESBG möglich sein.
  • Die DEL kann auf maximal 16 Clubs ausgedehnt werden, wobei maximal ein Club pro Saison aus dem ESBG-Bereich aufsteigen kann. Nur wenn die DEL mit weniger als 14 Clubs den Spielbetrieb durchführen müsste, können auch zwei

ESBG-Clubs aufsteigen.

  • Die DEL und die ESBG verpflichten sich, dass ihre gesellschafts- und lizenzrechtlichen Regelungen einen Austausch zwischen den Ligen zulassen und die betroffenen Clubs aufgenommen werden können. Für die Aufnahme eines ESBG-Clubs in die DEL ist ab der Saison 2007/2008 eine Lizenz in Höhe von 800.000,- € sowie ein Gesellschafteranteil zum Nennwert zu erwerben. Für die Aufnahme eines DEL-Clubs in die ESBG ist ab der Saison 2007/2008 eine Lizenz in Höhe von 100.000,- € sowie ein Gesellschafteranteil zum Nennwert zu erwerben.
  • Jeder Club, der am Spielbetrieb der DEL ab der Saison 2006/2007 teilnehmen will, muss über eine Spielstätte mit einem Kapazitätsindex von mindestens 9.000 Punkten verfügen: Ein Punkt pro Stehplatz, zwei Punkte pro Sitzplatz, weitere zwei Punkte pro VIP-Platz bei einem VIP-Bereich innerhalb der Spielstätte, 1.000 Punkte für Videowürfel und fernsehtechnische Einrichtungen. DEL-Clubs, die in der Saison 2005/2006 am Ligabetrieb teilgenommen haben, erhalten Bestandsschutz.
  • Der Meister der 2. BL der ESBG erlangt die sportliche Qualifikation zur Teilnahme am DEL-Spielbetrieb – unter der Voraussetzung, dass nicht bereits 16 andere Clubs für die DEL qualifiziert sind.
  • Die Aufstockung der DEL durch einen Club, der keine sportliche Qualifikation aufweist, ist ausgeschlossen.
  • Der Umzug eines bestehenden DEL-Clubs ist nur an Standorte von ESBG-Clubs, die das Play-off Halbfinale der 2. Bundesliga erreicht haben, oder an einem Standort an dem kein ESBG-Club existiert möglich.

Finanzielle Regelung

  • Die DEL wird dem DEB zur Durchführung seiner Aufgaben pro Ligaclub und Saison einen definierten Betrag zur Verfügung stellen.
  • Die DEL-Clubs bezahlen ferner Maßnahmen im Schiedsrichterbereich, vor allem die Personalkosten für Schiedsrichterausbilder und Profi-Schiedsrichter sowie einen Zuschuss zum Trainee-Programm.
  • Die DEL-Clubs werden die finanziellen Mittel für den Nachwuchsförderpool zur Verfügung stellen.


Die Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofes am 20. April 2011

DAS SPORTSCHIEDSGERICHT (CAS) KLÄRT DIE VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE TEILNAHME AM LIZENZIERUNGSVERFAHREN FÜR DIE 1. LIGA

Die Eishockeyspielbetriebsgesellschaft mbH (ESBG) hat am 11. März 2011 eine Klage gegen die Deutsche Eishockey Liga Betriebsgesellschaft mbH (DEL) vor dem Sportsgerichtshof (Court of Arbitration, CAS) in Lausanne, Schweiz, erhoben.

Das CAS hat nach einem beschleunigten Verfahren und einer Verhandlung, die am 20. April 2011 in München, Deutschland, stattgefunden hat, binnen eines Monats, einen Schiedsspruch gefällt.

Die ESBG wollte vor dem CAS klären lassen unter welchen Voraussetzungen die Clubs aus der 2. Liga am Lizenzierungsverfahren für die 1. Liga in der Saison 2011/2012 teilnehmen können.

Der CAS hat entschieden, dass der Meister der ESBG die sportliche Qualifikation für die Teilnahme an diesem Lizenzierungsverfahren erfüllt. Die sportliche Qualifikation allein berechtige aber noch nicht zur Teilnahme am Spielbetrieb der 1. Liga. Vielmehr, hat der CAS festgestellt, dass die DEL die Zahl der Clubs in der 1. Liga und die Kriterien für die wirtschaftliche Qualifikation frei festsetzen kann.

Quelle: www.tas-cas.org

Der Streit im Mai 2011

11.05.2011 - Streit eskaliert: DEL fordert Auflösung des DEB

Im Streit um die Verlängerung des ausgelaufenen Kooperationsvertrages mit dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) fährt die Deutsche Eishockey Liga (DEL) schwere Geschütze auf.

Bratislava (SID) - Im Streit um die Verlängerung des ausgelaufenen Kooperationsvertrages mit dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) fährt die Deutsche Eishockey Liga (DEL) schwere Geschütze auf. Die Profiliga fordert die Auflösung des Verbandes in seiner jetzigen Form. "Wir sind für ein Zusammengehen von Liga und DEB, wenn klar ist, wer dabei die Führung hat", sagte DEL-Aufsichtsratschef Jürgen Arnold dem Sport-Informations-Dienst (SID). "Es kann jedenfalls nicht sein, dass eine professionell aufgestellte DEL indirekt von Landesverbänden, die auf den Amateursport fokussiert sind, dominiert und gesteuert wird." ...weiterlesen auf www.handelsblatt.com

Der neue Vertrag zwischen DEL und DEB im Juli 2011

22.07.2011 - DEB und DEL einig über neue Kooperation Deutscher Eishockey-Bund e.V.

München/Köln, 22.07.2011 - Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) und die Deutsche Eishockey Liga (DEL) haben sich auf einen neuen Kooperationsvertrag geeinigt. Der bisherige Vertrag war am 30. April dieses Jahres ausgelaufen. Die neue Vereinbarung hat eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2018.

Als zentrales Element beinhaltet das Dokument eine gemeinsame Struktur der Nationalmannschaft. Demnach wird die Nationalmannschaft zukünftig sportlich und wirtschaftlich in eine neue, von DEB und DEL paritätisch geführte Organisation überführt. Dagegen wird es eine Relegation um Auf-/Abstieg in bzw. aus der DEL nicht geben. Die Zweitliga-Betriebsgesellschaft ESBG hat sich gegen Relegations-Play-Offs und eine Beteiligung am Kooperationsvertrag entschieden. „Wir haben zwar eine generelle Einigung erzielt, dennoch ist es schade, dass der Weg für die Zweitligisten nicht gangbar war. Wir hätten eine Verzahnung erreichen können, aber die Bedingungen wurden von der ESBG nicht akzeptiert“, sagte DEB-Präsident Uwe Harnos (München).

Neue Struktur bei der Nationalmannschaft

In Bezug auf die Nationalmannschaft bündeln DEB und DEL in Zukunft ihre Kräfte. Demnach wird die Nationalmannschaft zukünftig sportlich und wirtschaftlich in eine neue, von DEB und DEL paritätisch geführte Organisation überführt. „Der gemeinsame Weg bei der Nationalmannschaft macht zwingend Sinn. So ergeben sich mehr Möglichkeiten hinsichtlich der Vermarktung und die DEL kann sich auch in Bezug auf sportliche Fragen mehr einbringen. Ab sofort stehen DEB und DEL gleichermaßen in der Pflicht, am Vorzeigeprodukt des deutschen Eishockeys zu arbeiten“, so Harnos. Ähnlich sieht es der DEL-Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Arnold (Ingolstadt): „Ich bin sehr zufrieden, dass es zu dieser Lösung gekommen ist.“

In der kommenden Woche werden DEB und DEL auf einer Pressekonferenz Details der Kooperation bekannt geben und zu dem Thema Rede und Antwort stehen. Eine gesonderte Einladung geht den Medienvertretern in Kürze zu.

Quelle: www.deb-online.de



28.07.2011 – DEB und DEL präsentieren Eckdaten der neuen Kooperation

Der Deutsche Eishockey-Bund e.V. (DEB) und die Deutsche Eishockey Liga (DEL) haben im Rahmen einer Pressekonferenz im Münchener Olympiapark die Eckpfeiler ihres neuen Kooperationsvertrages präsentiert. Demnach wird der Schwerpunkt der zunächst bis zum 30. Juni 2018 fixierten Vereinbarung auf einer engen Zusammenarbeit im Bereich der Nationalmannschaft liegen. Diese wird in eine paritätisch besetzte Organisation überführt. „DEB und DEL bündeln ihre Kräfte, um mit ihrem Know how und ihrer hohen Fachkompetenz ein optimales Umfeld für das Herzstück des deutschen Eishockeys zu schaffen“, erklärte DEB-Präsident Uwe Harnos (München). Ziel sei es, eine Plattform zu bilden, die darüber hinaus auch neue Vermarktungspotenziale erschließe und Synergien zwischen DEB und DEL nutze. Geleitet wird die neue Organisation von einem Aufsichtsrat sowie einer Sport- und einer Medienmarketing-Kommission, die sich jeweils zu gleichen Teilen aus Vertreten von DEB und DEL zusammen setzen.

Über den DEB bleiben die DEL-Clubs mit dem Eishockey-Weltverband IIHF verbunden. Das bedeutet, dass Spieler-, Trainer- sowie Schiedsrichterlizenzen unter Beachtung der internationalen Regularien auch weiterhin erteilt werden. "Mit dieser Kooperation legen wir die Basis für eine langfristig und nachhaltige erfolgreiche Nationalmannschaft. Denn diese ist und bleibt das Zugpferd des deutschen Eishockeys. Davon profitieren alle, auch die Nachwuchsförderung, die ohne diese Erfolge so nicht möglich wäre“, erklärte Uwe Harnos. DEL-Aufsichtsratschef Jürgen Arnold (Ingolstadt) pflichtete dem DEB-Präsidenten bei: „Das ist heute ein historischer Tag für das deutsche Eishockey. Ich freue mich außerordentlich, dass uns dieser Durchbruch gelungen ist.“

Um dies zu erreichen, haben sich beide Parteien in kontrovers geführten Verhandlungen stark auf einander zu bewegt. „Als Verband haben wir eine Verantwortung für das gesamte nationale Eishockey und vor allem für die Nationalmannschaft“, meinte Uwe Harnos: „Die Folgen bei einem Scheitern der Verhandlungen wären für das deutsche Eishockey verheerend gewesen.“ Bis zuletzt hatte sich der DEB-Präsident deshalb für eine Integration einer Auf-/Abstiegsregel zwischen DEL und der Eishockey-Spielbetriebsgesellschaft ESBG stark gemacht. Diese hat sich – obwohl die DEL ihr Angebot einer Verzahnung zweimal nachgebessert hatte – dafür entschieden, nicht an der neuen Kooperation mit zu wirken.

Quelle: www.deb-online.de





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