Strafen

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Im Eishockey gibt es für Vergehen unterschiedlicher Art unterschiedliche Strafen. Geregelt sind die Strafen im fünften Abschnitt des IIHF-Regelbuchs.

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Spielerstrafen

IIHF Regelbuch Strafe (englisch) Strafe (deutsch) Strafmaß (Min.) Anmerkung
520 Boarding Bandencheck 2 oder
5+SD oder
Matchstrafe
bei einem Bandencheck mit Verletzungsfolge sind immer 5 + Spieldauer oder eine Matchstrafe zu geben
521 Butt-Ending Stockendstich 2+2+10 oder
5+SD oder
Matchstrafe
Versuche werden mit 2+2+10 geahndet. Wird der Spieler durch den Stockendstich verletzt erfolgt eine Matchstrafe
522 Charging Unkorrekter Körperangriff 2 oder
5+SD oder Matchstrafe
Bei Verletzungen muss 5+SD oder eine Matchstrafe verhängt werden
523 Checking from behind Check von Hinten 2+10 oder
5+SD oder
Matchstrafe
Bei Verletzungen muss eine Matchstrafe verhängt werden
524 Clipping Check gegen das Knie 2 oder
5+SD oder
Matchstrafe
Bei Verletzungen muss 5+SD oder eine Matchstrafe verhängt werden
525 Cross-checking Crosscheck 2 oder
5+SD oder
Matchstrafe
Bei Verletzungen muss 5+SD oder eine Matchstrafe verhängt werden
526 Elbowing Ellbogencheck 2 oder
5+SD
Bei Verletzungen muss 5+SD verhängt werden
527 Excessive Roughness Übertriebene Härte 2 Min. oder
oder 5+SD oder
Matchstrafe
Bei Verletzungen muss eine 5+SD oder eine Matchstrafe verhängt werden
528 Fisticuffs Faustschlag 5 oder
SD oder
Matchstrafe
Bei Verletzungen muss sofort eine Matchstrafe verhängt werden
529 Head-butting Kopfstoß 5+10+SD oder
Matchstrafe
Bei Verletzungen muss eine Matchstrafe verhängt werden
530 Highsticking Hoher Stock 2 oder
2+10+SD
Bei Verletzungen des Gegners muss eine 2+10+SD verhängt werden
531 Holding an opponent Halten 2 Bei einer verhinderten Torschusschance wird vom Schiedsrichter ein Penalty oder ein technisches Tor gegeben
532 Holding the stick Halten des gegnerischen Stocks 2
533 Hooking Haken 2
534 Interference Behinderung 2
535 Kicking Treten 5
536 Kneeing Kniecheck 2
537 Slashing Stockschlag 2
538 Spearing Stockstich 5
539 Tripping Beinstellen 2
540 Checking to the head and neck area Check gegen den Kopf und Nackenbereich 5+10+SD oder
Matchstrafe
Bei schweren Verletzungen muss eine Matchstrafe verhängt werden
541 Women body checking Bodycheck (Damen) 2 oder
5+SD.
Bei Verletzungen muss eine SD verhängt werden

Andere Strafen

IIHF Regelbuch Strafe (englisch) Strafe (deutsch) Strafmaß (Min.) Anmerkung
550 Abuse of officials/unsportsmanlike conduct by players Beschimpfung von Offiziellen/unsportliches Verhalten von Spielern 2 (Bankstrafe) oder
10 oder
SD oder
Matchstrafe
Die Strafe kann gegen das Team als Bankstrafe oder bei einem persönlichen Vergehen als Disziplinarstrafe verhängt werden. Matchstrafe werden für generelle Vergehen gegen Offizielle rund um das Spiel verhängt (z.B. Bespucken, obszöne Gesten, absichtliches Berühren von Offiziellen). Wirft ein Spieler einen Gegenstand auf das Spielfeld werden 2+SD verhängt. Ist unklar welcher Spieler das Vergehen begangen hat, wird eine kleine Bankstrafe verhängt.
551 Abuse of officials/unsportsmanlike conduct by team officials Beschimpfung von Offiziellen/unsportliches Verhalten von Teamoffiziellen 5 (Bankstrafe) oder
10 oder
SD oder
oder Matchstrafe
554 Delaying the game Spielverzögerung - -
555 Illegal and dangerous equipment Irreguläre oder gefährliche Ausrüstung - -
556 Broken Stick Zerbrochener Stock - -
557 Falling on the puck by a player Fallen auf den Puck durch Spieler - -
558 Falling on the puck by a goalkeeper Fallen auf den Puck durch Torhüter - -
559 Handling the puck with the hands by a player Spielen des Pucks mit der Hand durch Spieler 2
Penalty
Tor
Spielt ein Spieler im Torraum den Puck mit der Hand, wird ein Penalty gegeben. Ist der Torhüter nicht im Torraum, kann der Referee auf Tor entscheiden
560 Handling the puck with the hands by a goalkeeper Spielen des Pucks mit der Hand durch Torhüter 2 -
561 Interference with spectators Auseinandersetzung mit Zuschauer - -
562 Players leaving the penalty bench or player's bench Spieler verlassen die Spieler- oder Strafbank - -
563 Players leaving the penalty bench Spieler verlassen die Strafbank - -
564 Players leaving the benches during an altercation Spieler verlassen die Bank während einer Auseinandersetzung - -
565 Team officials leaving the player's bench Teamoffizielle verlassen die Spielerbank - -
566 Refusing to start play, team on the ice Verweigerung, das Spiel zu beginnen, Team auf dem Eis - -
567 Refusing to start play, team not on the ice Verweigerung, das Spiel zu beginnen, Team nicht auf dem Eis - -
568 Throwing the stick or any object out of the playing area Werfen eines Stocks oder Gegenstands aus dem Spielfeld - -
569 Throwing the stick or any object within the playing area Werfen eines Stocks oder Gegenstands innerhalb des Spielfelds - -
570 Throwing the stick or any object on a breakaway situation Werfen eines Stocks oder Gegenstands in einer Breaksituation - -
571 Prevention of infections by blood Verhütung von Infektionen durch Blut - -
572 Captain and alternate captain complaint Kapitän, Assistent-Kapitän - Beschwerde - -
573 Too many players on the ice Zu viele Spieler auf dem Eis - -
575 Infringement of change of players procedure Verstöße beim Spielerwechsel 2 -
576 Diving Simulieren/Schwalbe - -

Erklärung der deutschen Eishockeyschiedsrichter 2006

01.01.2006: Mehr Aufmerksamkeit bei Haken, Halten und Behinderung

Die deutschen Eishockeyschiedsrichter lenken ab dem 01.Januar 2006 ihre Aufmerksamkeit verstärkt auf die Regelverstöße Haken, Halten und Behinderung. Die Umsetzung erfolgt sowohl in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) sowie in allen Ligen des Deutschen Eishockey Bundes e.V. (DEB) inklusive deren Nachwuchsligen.

Die Schiedsrichter reagieren somit einerseits auf den nicht zufriedenstellenden Saisonverlauf sowie auf die aufkommenden Diskussionen hinsichtlich der durch den internationalen Eishockeyverband (IIHF) getätigten Aussage, dass die olympischen Spiele 2006 nach dem Standard der National Hockey League (NHL) geleitet werden. Die NHL hat bekanntlich im Bereich der Regelverstöße Haken, Halten und Behinderung die sogenannte „Null Toleranz“ Regel eingeführt.

Auch andere europäische Eishockeynationen wie die Schweiz und Schweden haben bereits reagiert und die Spiele der jeweiligen Ligen werden mit einer verschärften Auslegung durch die Schiedsrichter geleitet.

Der Schiedsrichterausschuss des Deutschen Eishockey Bundes unter Federführung von Obmann Bernd Schnieder hat die deutschen Eishockeyschiedsrichter umfangreich geschult. Anhand von vielen Videobeispielen wurden Situationen den Schiedsrichtern vorgestellt, die nach der verschärften Auslegung nicht mehr zukünftig erlaubt sind.

In der DEL wurden die Trainer in einem Meeting in Köln auf die strengere Handhabung vorbereitet. Auch hier wurden zahlreiche Videobeispiele mit Erläuterungen vorgestellt und anschließen ausführlich diskutiert

Dazu Holger Gerstberger, DEL SR Beauftragter: „Die verschärfte Auslegung im Bereich Haken, Halten und Behinderung, die im übrigen Standard des IIHF Regelwerks ist und auch für den Spielbetrieb in allen deutschen Ligen gilt, ist zu Beginn für die Beteiligten ein Lernprozess, der Zeit braucht und nur dann erfolgreich sein kann, wenn alle, also Schiedsrichter, Trainer und Spieler sowie Medien und Fans, dieses wollen und an einem Strang ziehen. Die NHL hat bewiesen, dass trotz größerer Anfangsschwierigkeiten der Weg absolut richtig ist. Der Erfolg sind noch attraktivere Spiele. Auch international wird das der Standard sein. Wir denken, dass wir alle Beteiligten gut vorbereitet haben und hoffen, dass trotz der sicherlich auch bei uns auftretenden Anfangsschwierigkeiten alle gemeinsam das Ziel verfolgen, den neuen Standard erfolgreich umzusetzen und dies nicht nur als Aufgabe der Schiedsrichter sehen“.

Deutscher Eishockey Bund e.v. gez. Holger Gerstberger DEB SR Ausschuss






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